Garnelen - frisch vom Bauernhof Schäfer in Affinghausen!
Was zunächst nach Urlaub klingt, nämlich 32 Grad Luft und 30 Grad Wassertemperatur sowie eine Pool-Landschaft über drei Etagen, das entpuppt sich bei näherem Hinsehen, als die neue Heimat der Weißen Tiger-Shrimps auf dem Hof Schäfer in Affinghausen. Sie wurden erst vor ein paar Wochen im Post-Larven-Stadium aus Florida eingeflogen und zeitgleich mit ihrer Ankunft nahm die Garnelen-Aquakultur auf dem Hof Schäfer auch ihren Betrieb auf. Laut Landwirt Heinrich Schäfer, der auf diese ungewöhnliche Idee kam, auch die erste und einzige in Deutschland. Man konnte sie im Larvenstadium mit bloßem Auge kaum erkennen, derzeit sind sie schon zwei Zentimeter groß und nach rund fünf Monaten soll ein Exemplar etwa 30 Gramm auf die Waage bringen. Der Hof ist bestrebt etwa 20 Tonnen dieser Shrimps pro Jahr zu produzieren. Die Idee entstand folgendermaßen, als sich Heinrich Schäfer vor zwei Jahren fragte, wie man die Abwärme der beiden Biogasanlagen des Betriebes gewinnbringend nutzen könnte, stieß er zu dieser Zeit nach Recherchen im Internet auf die Firma „Polyplan“ Umwelttechnik, die sich mit der Entwicklung von Systemen für die Erzeugung von Großgarnelen, in Zusammenarbeit mit dem Spezialisten Dr. Addison Lawrence von der Texas A & M University beschäftigt. Der Sohn von Heinrich Schäfer, Marco, absolvierte dann vor anderthalb Jahren ein Praktikum in der Uni Texas und war von der Idee ebenso begeistert. Danach entschied man sich, das Pilotprojekt mit der Firma Polyplan gemeinsam in Angriff zu nehmen. Denn der Markt und die Nachfrage danach ist da, Schäfer hat sich erkundigt, rund 100 Tonnen Garnelen kommen pro Tag nur am Frankfurter Flughafen an, meist aus Vietnam und dort werden für deren Aufzuchtbecken jede Menge wertvoller Mangrovenwälder gerodet und es kommen Chemikalien wie Antibiotika und Pestizide ins Wasser! Er sagt dazu: „Wir produzieren ohne Einsatz von Medikamenten und sonstigen chemischen Zusätzen, das hat oberste Priorität.“ Das ganze wird aber auch überwacht und dokumentiert, dazu hat die Familie Schäfer einen Vertrag mit der Tierärztlichen Hochschule Hannover abgeschlossen. Die Garnelen bekommen ein patentiertes Spezialfutter vorwiegend aus Erbsen, Sojaschrot und Algen. Je nach Größe der Garnelen, wandern sie ins nächste Becken, bis sie schließlich das unterste „Erntebecken“ erreicht haben. Der Markenname dieser Garnelen ist künftig „Marella-Shrimps“ und Abnehmer dafür sind vor allem Gastronomiebetriebe. Zudem startet ab März 2010 der Direktverkauf ab Hof. Auch das Eis für den Transport zum Endverbraucher wird vor Ort selbst produziert. Die Kunden können sich die Tiere in Schaubecken anschauen und selbst aussuchen. Garnelen – frisch vom Bauernhof das ist deutschlandweit einmalig!
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